Günstige Zahlungen ins Ausland: Newcomer etabliert sich am Markt

Die Globalisierung zeigt sich nicht nur in der Verfügbarkeit von Waren über den gesamten Globus – auch immer mehr Menschen halten sich für einen längeren Zeitraum im Ausland auf. Ein Auslandssemester macht sich gut im Lebenslauf, dank Work and Travel lassen sich auch ohne viel Geld fremde Kulturen erkunden und ein Auslandspraktikum verbessert gleichzeitig noch die eigenen Qualifikationen. Ganz ohne finanzielle Mittel ist dies allerdings nicht machbar: Die Bedeutung internationaler Geldtransfers steigt. Neue Dienstleister setzen dabei auf eine unkomplizierte Abwicklung und geringe Gebühren. Damit könnte es den Unternehmen gelingen, einen großen Markt gewaltig umzukrempeln.

 

Internationaler Geldversand mit hohen Gebühren

Die Möglichkeit, Geld über Landesgrenzen hinweg zu verschicken, ist freilich nicht neu: Schon seit vielen Jahren unterstützen Arbeitsmigranten ihre daheim gebliebenen Familien. Bisher fielen für diese Art von Überweisungen in das außereuropäische Ausland allerdings hohe Gebühren an. Weil nur wenigen Banken diesen gigantischen Markt unter sich aufteilten, schien es lange, als würde sich daran nichts ändern. Zusätzlich zu den Gebühren sorgte der ungünstige Wechselkurs für weitere Einbußen. Unternehmen wie Azimo möchten damit nun Schluss machen: Nach eigenen Angaben lassen sich im Vergleich zu konventionellen Geldhäusern bis zu 90 Prozent der Gebühren sparen. Außerdem wird die Nutzung einfacher, weil die Zahlungsanweisungen online oder gar per App vorgenommen werden können. Ein weiterer Vorzug der unkomplizierten Methode: Das Geld ist in der Regel schon am Folgetag beim Empfänger. Das Versprechen, die Leistungen besonders günstig anzubieten, kann von den Gelddienstleistern zweifelsfrei gehalten werden. Für die Überweisung von 200 Euro von Deutschland nach Nigeria fallen als nur wenige Euro Gebühren als Pauschalsumme an, was gerade zwischen ein und zwei Prozent des Umsatzes entspricht. Die meisten Banken verlangen erheblich mehr; andere Angebote konventioneller Geldhäuser starten bei rund 10 Euro. Nicht berücksichtigt ist hierbei, dass bei einigen Geldhäusern noch zusätzliche Kosten durch ungünstige Wechselkurse gezahlt werden müssen.

 

Barauszahlung weltweit möglich

Hinsichtlich der Flexibilität ergeben sich vor allem beim Geldempfänger Vorteile. Neben Girokonten und virtuellen Konten stehen weltweit mehrere hunderttausend Ausgabestellen zur Verfügung. In der Regel handelt es sich dabei auch um Banken, die so ein dichtes Filialnetz und eine entsprechende Sicherheit bereitstellen. Um diese Dienstleistung nutzen zu können, ist bei den meisten Anbietern lediglich eine einmalige Registrierung notwendig. Wer mittels Facebook-Account in die Online-App einloggt, kann den Service meist sofort nutzen. Dabei muss einfach der Betrag in der gewünschten Währung und das Land des Empfängers eingegeben werden. Hinsichtlich der Zahlung stehen unterschiedliche Optionen zur Verfügung: Wer keine Kreditkarte nutzen möchte, kann auch im Vorfeld per Online-Banking Geld einzahlen. Danach wird ausgewählt, wie der Empfänger das Geld erhalten soll. Je nach Land besteht die Möglichkeit einer SWIFT-Zahlung, was einer Überweisung auf ein internationales Konto entspricht, einer Aufladung des Handyguthabens sowie der Option einer Barauszahlung. Wird letztere Option gewählt, kann noch festgelegt werden, über welche Adresse eine Auszahlung erfolgen soll. Neben den bereits erwähnten Banken können hierfür vor allem Postämter genutzt werden. In jedem Fall wird auf diese Weise sichergestellt, dass der Empfänger keine lange Reise auf sich nehmen muss, um das Geld zu erhalten – selbst wenn kein eigenes Konto genutzt werden kann. Ein weiterer Vorteil: Der Wechselkurs wird direkt angezeigt, der Auszahlungsbetrag ist daher schon bekannt und mögliche Vergleiche der Gesamtkosten sind möglich, bevor die Transaktion tatsächlich abgewickelt wird. Die genannte Gebühr wird dabei übrigens meist als Pauschale ganz unabhängig vom Betrag abgerechnet. Vor allem größere Geldsummen können auf diese Weise sehr günstig in Empfang genommen werden.

 

Flächendeckendes Angebot mit Wachstumspotenzial

Der Erfolg zeigt sich bereits jetzt: Das Unternehmen Azimo ist in 198 Ländern aktiv und erlaubt Transfers in 78 Währungen. Andere Anbieter sind dabei, kräftig nachzuziehen – es ist also davon auszugehen, dass der Markt für Geldtransfers in Bewegung kommt. Künftig dürfte die Bedeutung weiter steigen, denn mit der zunehmenden Anzahl von Arbeitsmigranten weltweit steigt auch der Bedarf nach internationalen Überweisungen und Barauszahlungen. Gleiches gilt auch für die Kundschaft in Europa. Wer das Reisen einmal für sich entdeckt hat, kommt davon so schnell nicht mehr los.

 

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